Die Bedeutung von Angst in der Folgeschwangerschaft: Ein Weg zur inneren Sicherheit

18.09.2023

Kategorie(n): Ängste, Trigger, Trauma | Regenbogenschwangerschaft | Sternenkind

In der aufregenden Reise einer Folgeschwangerschaft durchläuft eine Frau eine Vielzahl von Emotionen und eine davon ist die Angst. Wenn du meinen Social-Media-Accounts folgst oder bereits eines meiner Angebote genutzt hast, dann weißt du, dass ich die Vorstellung einer „angstfreien Folgeschwangerschaft“ für eine Illusion halte und als Ziel auch nicht anstrebe.

Angst ist ein natürlicher Bestandteil unserer emotionalen Bandbreite und spielt eine tiefgreifende Rolle in unserer Menschheitsgeschichte. In diesem Artikel werden wir einen tieferen Blick auf die Bedeutung von Angst allgemein und auch speziell in der Folgeschwangerschaft werfen und wie wir mit ihr anstatt gegen sie arbeiten können.

Die Überlebensrolle der Angst

Stell dir vor, unsere Vorfahren in der Steinzeit durchstreiften die weite Prärie auf der Suche nach Nahrung und Schutz. Plötzlich begegnen sie einem wilden Tier, das bedrohlich auf sie zu rennt. Die richtige Reaktion in diesem Moment wäre sicherlich nicht: „Oh, wie süß, es möchte bestimmt nur spielen!“ Die Angst, die in solchen Momenten aufkommt, ist ein evolutionäres Geschenk, das uns ermöglicht hat, Gefahren zu erkennen und rechtzeitig darauf zu reagieren. Ohne diese Fähigkeit hätte unsere Spezies möglicherweise nicht überlebt.

Angst sichert also unser Überleben und lässt uns in Gefahrensituationen innere Kräfte mobilisieren, um diese Situationen zu überstehen. Unsere Angst hat also eine Funktion und die Frage für dich in der Folgeschwangerschaft ist herauszufinden, was hier ihre Funktion ist und ob es eine Berechtigung dafür gibt, dass sie sich gerade als ein Gefühl in dir zeigt.

Die Illusion der „Angstfreiheit“

Der Druck, keine Angst mehr zu haben, kann dazu führen, dass wir uns unzulänglich fühlen, wenn wir trotz unserer Bemühungen Momente der Angst und Besorgnis erleben. Dabei ist Angst in der Folgeschwangerschaft völlig normal und menschlich. Anstatt uns gegen sie zu wehren und sie wegzudrücken, sollten wir die Bedeutung der Angst in der Folgeschwangerschaft erkennen.

Nach einem schmerzlichen Verlust sind Ängste in ähnlichen Situationen keine Seltenheit. Für dein Angstsystem ist die Folgeschwangerschaft nicht nur eine ähnliche, sondern die völlig selbe Situation. Du befindest dich in dem gleichen körperlichen Zustand der Schwangerschaft. Durch die schmerzliche Erfahrung, dass du dein Baby verloren hast, ist dein Angstsystem aktiv und aktiviert Gedanken wie: „Warum soll es dieses Mal gut gehen?“

Es ist demnach verständlich, dass sich Sorgen um eine Wiederholung des Vergangenen drehen.

Angst zu empfinden, bedeutet nicht, dass wir etwas falsch machen. Genauso wenig ist unser Angstsystem fehlerhaft. Es ist ein Schutzmechanismus, der aktiviert wird, wenn wir uns in Situationen befinden, die an vergangene Ereignisse erinnern. Die Angst erinnert uns daran, vorsichtig zu sein und uns auf potenzielle Gefahren vorzubereiten.

Die Sache ist eben nur die, es besteht in der Folgeschwangerschaft keine reelle Gefahr, sondern unser Angst- und Nervensystem nimmt dies nur an.

Die Frage, die sich daraus ergibt, ist: Was braucht dieser ängstliche Anteil in mir, damit er versteht, dass aktuell keine Gefahr besteht?

Ein neuer Blick auf Angst: Akzeptanz und Arbeit damit

Der Umgang mit Angst sollte nicht darin bestehen, sie zu verdrängen oder zu ignorieren. Im Gegenteil, wir können sie als Instrument zur inneren Sicherheit nutzen. Statt gegen unsere Ängste anzukämpfen, können wir Schritt für Schritt lernen, dass diese Schwangerschaft eine einzigartige Erfahrung ist und sich die Vergangenheit nicht zwangsläufig wiederholen muss.

Die Akzeptanz der Angst ist der erste Schritt. Anstatt sie abzulehnen, können wir sie anerkennen und verstehen, dass sie eine Reaktion auf unsere Erfahrungen ist. Diese einfache Anerkennung kann bereits zu einer gewissen Entlastung führen.

Es ist auch wichtig, auf sich selbst zu achten, wenn Zweifel und Sorgen auftauchen. Die Frage „Was kann ich jetzt für mich tun? Was brauche ich?“ ermöglicht es uns, auf unsere eigenen Bedürfnisse einzugehen und uns selbst liebevoll zu behandeln.

Die bewusste Entscheidung, trotz der Ängste an ein positives Ergebnis der Schwangerschaft zu glauben, ist ein Akt der Stärke. Dabei erkennen wir an, dass die Ängste da sind, aber wir lassen nicht zu, dass sie unsere Hoffnung und Zuversicht überschatten.

Erfahrungen teilen und unterstützen

Der Weg zur inneren Sicherheit in der Folgeschwangerschaft kann einsam sein, aber du bist nicht allein. Viele Frauen haben ähnliche Ängste und Sorgen erlebt. Es kann unglaublich hilfreich sein, sich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Gemeinsam könnt ihr Ratschläge, Techniken und Unterstützung teilen, um eure Ängste anzunehmen und daran zu arbeiten.

Die nächsten Schritte: Angebote für Unterstützung

Wenn du dir wünschst, einen gesunden Umgang mit deinen Ängsten in der Folgeschwangerschaft zu finden, lade ich dich herzlich ein, mich zu kontaktieren. In einem ausführlichen Beratungsgespräch klären wir, welches Angebot zu dir passen könnte. Wenn du magst, kannst du dir auch vorab auf meiner Website die ersten Informationen einholen oder einmal einen Blick auf mein Social-Media-Profil werfen.

Mein Fazit: 

In der Summe zeigt die Bedeutung von Angst in der Folgeschwangerschaft, dass sie uns nicht schwächt, sondern eine Chance zur Selbstentwicklung und zur Nutzung unserer inneren Ressourcen bietet. Indem wir die Angst akzeptieren, auf Selbstfürsorge achten und wir den Glauben an ein positives Ergebnis bewahren, schaffen wir einen Raum für Wachstum und inneren Frieden während dieser besonderen Reise.

Indem wir unserer Angst erlauben, dass sie gefühlt werden darf und gesehen ist, ermächtigen wir uns selbst zu dem Menschen, der in der Lage ist, all seine Gefühle zu spüren, ohne in dauerhaften Widerstand bestimmten Gefühlen gegenüber zu sein. Wenn uns das gelingt, gibt es nichts mehr, wovor wir Angst haben müssen, da alles bewältigt werden kann, was auf unserem Weg liegt.

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